Elisabeth Hamel
Das Werden der Völker in Europa

Forschungen aus
Archäologie, Sprachwissenschaft und Genetik

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Neues aus der Forschung

  • Eine erwähnenswerte neue Erkenntnis aus Theo Vennemanns Feder gibt es über die Rolle des myself im Englischen durch inselkeltischen Einfluss: "The "exceptional" nature of the English and Welsh reflexive". Quelle: Lexical and Structural Etymology, Beyond Word Histories, Edited by Robert Mailhammer, Theo Vennemann Concerning myself, 2013, Walter de Gruyter.

  • In Wikipedia gibt es seit 2010 einen Eintrag zum Zwanzigersystem. Dort sind noch weitere Regionen angegeben als ich bei meiner Recherche gefunden hatte. Da kann ich nur mein Kompliment aussprechen. http://de.wikipedia.org/wiki/Vigesimalsystem

  • Das vierzigköpfige Forscherteam um Bernard Comrie, David Gil und Martin Haspelmath am Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein Werk "The World Atlas of Language Structures, Oxford University Press, July 2005, ISBN 978-0-19-925591-7" veröffentlicht, das leider sehr teuer ist - EUR 603,38 neu, EUR 287,16 gebraucht. Die Weltkarten bestimmter Spracheigenschaften sind aber auch Online zugänglich unter
    http://wals.info/feature
    Sehen Sie sich z.B. "Feature 87A: Order of Adjective and Noun" an
  • Im Bild der Wissensaft wird über eine Veröffentlichung in Science berichtet, die einen weiteren Baustein in der Geschichte Afrikas und der ersten Auswanderung in die übrige Welt liefert. Funde in der Sibudu-Höhle, die bereits viel Informaion über erste Errungenschaften der Menschheit zu Tage brachte, deuten für die Zeit vor 58.000 auf ein Anwachsen der Bevölkerungszahl hin, was schließlich zur Auswanderung des Homo sapiens sapiens nach Europa und Asien vor etwa 50.000 Jahren führte.
    (siehe: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=314691)

    Die Originalliteratur ist zu finden in Science: Lyn Wadley (Institute for Human Evolution, University of the Witwatersrand, Johannesburg 2050, South Africa. ) et al.: Science, Bd. 334, S. 1388, http://www.sciencemag.org/content/334/6061/1388.abstract?sid=fc3e40e9-ee3f-4b61-ba94-db0be85410db

  • Spuren des Modernen Menschen konnten bereits für die Zeit vor 45.000 Jahren im heutigen England als auch im Süden des heutigen Italiens nachgewiesen werden also früher als bisher angenommen. Auf diesbezügliche Veröffentlichungen weist Bild der Wissenschaft hin. (siehe: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=314455)

    Die Originalliteratur ist zu finden in Nature: Tom Higham (University of Oxford) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature10617.html
    sowie
    Stefano Benazzi (Universität Wien) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature10617.html

  • Nach neuesten Erkenntnissen gab es zwei erfolgreiche getrennte Auswanderungen aus Afrika. Die erste vor 70 000 Jahren führte nach Australien, deren Nachfahren die Aborigines sind. Erst die zweite vor 50 000 Jahren führte zur Besiedelung Europas und Asiens und der übrigen Welt. Diese Ergebnisse verdanken wir dem Forscherteam um Morten Rasmussen, bei dem auch Peter Forster mitwirkte. Man hatte aus einem 100 Jahre alten Haarbüschel eines Aborigines noch intakte DNS analysiert. (Siehe "An Aboriginal Australian Genome Reveals Separate Human Dispersals into Asia" in Science DOI: 10.1126/science.1211177.) http://www.sciencemag.org/content/early/2011/09/21/science.1211177

  • Auf folgender Site wird wieder einmal über die Vermischung von Neandertaler mit modernem Menschen gemutmaßt. Dazu hat Peter Forster, Cambridge folgende Meinung: Ein paar alte Linie sind möglicherweise in den letzten 50.000 Jahren in Afrika ausgestorben und haben nur noch in Eurasiern überlebt. Man müsste schon alte DNS von z.B. 100.000 Jahre alten anatomisch modernen Afrikanern zur Verfügung haben, um die Frage der Neandertaler-Vermischung eindeutig zu beantworten. http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=314088

  • Unter folgendem Link bei Bild der Wissenschaft, 14.07.2011 - Anthropologie, Artikel: "Back to Africa", wird auf den Flaschenhals bei Europäern und Asiaten während der letzten Eiszeit hingewiesen. Wörtlich heißt es: "Vor etwa 20.000 Jahren, am letzten Höhepunkt der eiszeitlichen Vergletscherung, balancierten die Menschen sowohl in Europa als auch in Asien haarscharf am Rand des Aussterbens." http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=313857

  • Unter folgendem Link bei Wikipedia sind Kalt- und Warmzeiten dargestellt. Neu ist, dass die Temperaturschwankungen der jüngeren Zeit in kleineren Zeitschritten (Tausend Jahre) ermittelt wurden: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/All_palaeotemps.png

  • Unter folgendem Link ist der aktuelle molekulare Stammbaum (Phylogeography) der gesamten Welt zu sehen: http://www.phylotree.org/tree/main.htm

  • Im Bild der Wissenschaft werden unter der Rubrik "Anthropologie" und dem Titel "Vier Fünftel der Europäer stammen von Jägern und Sammlern der Altsteinzeit ab" weitere Ergebnisse vorgestellt zu Abschnitten am Y-Chromosom. Unter folgendem Link kann man mehr darüber lesen: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=172396

  • Auf Seite 150 meines Werkes erwähne ich im zweiten Absatz "eine ganze neue Art von Orthograhie". Dieses Phänomen hat inzwischen einen Namen. Man spricht allgemein von Chat-Slang, wobei eine Feinunterteilung noch nicht gängig ist. Mein Beispiele wie t 4 2 tea for two oder 4 you for you würde ich als Code Mixing, Code Vermischung bezeichnen (nicht zu verwechseln mit Codewechsel, der auf Seite 151 beschrieben wird).
  • In Science, 2009, Vol 326, 5949, Seite 137 bis Seite 140, wird eine Studie von B. Bramanti, et al. vorgestellt, die 15.000 bis 4300 Jahre alte DNS von europäischen Jägern und Sammlern sequenzierte. Das sind neue Erkenntnisse zur Sprache der Jäger und Sammler in Zentral-/Nordosteuropa - nämlich dass es eine uralische Sprache gewesen sein könnte. Der identifizierte mtDNS-Typ in den Skeletten ist ein typisch europäischer Typ U5, aber überraschenderweise kommt er in über 80 Prozent der palaeolithischen und mesolithischen Skelette vor, wohingegen der U5 Typ heute selten ist. U5 gibt es fast nur unter Europäern. Im südlichen Mittelmeerraum etwa 1 Prozent, in Zentraleuropa etwa 5 Prozent, und in uralischsprachigen Stämmen Nordosteuropas (Russland) 10-20 Prozent, mit einem Maximum in den Lappen/Saami (ueber 40 Prozent). Dieser Gradient legt nahe, dass auch die mesolithischen Jäger und Sammler eine uralische Sprache in Zentral-/Nordosteuropa sprachen. http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/1176869

  • Auf eine Karte möchte ich hinweisen, die ich das Vergnügen hatte, für Christian Oswald, Autor des Werkes "Das Rotwild der Erde", zu erstellen. Auf Seite 56 des genannten Werkes findet sich eine Karte über die Verbreitung des Rotwildes in Europa und Kleinasien. Es ist doch erstaunlich wie sich die Verteilung dieser Tierrassen mit den Abgrenzungen der Sprachen deckt. Diese Verteilungen sind durch die natürlichen Grenzen, wie hohe vereiste Berge, breite Flüsse oder Küsten, zu erklären. Das Werk ist derzeit erhältlich über OSSO e.K. Englmeng 15, 85560 Ebersberg, Deutschland. Eine Bestellung ist auch telefonisch +49 (0) 80 94 - 93 63 oder per Fax +49 (0) 80 94 - 93 64 möglich. Karte zur Verbreitung des Rotwildes in Europa und Kleinasien

  • Auf folgendem Link wird eine Studie vorgestellt, die den genetischen Nachweis der Phönizier diskutiert. Identifying genetic traces of historical expansions: Phoenician footprints in the Mediterranean, Pa. Zalloua, American Journal of Human Genetics, 2008 Nov; 83(5):Seite 633-642. Das Ergebnis deckt sich mit meinen Vermutungen auf Seite 414, Bild 4-50. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18976729?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=8&log$=free

  • Auf folgendem Link ist eine interessante Karte der sprachgeographischen Veränderungen im Südwesten Europas in den vergangenen 1000 Jahren in Zeitsprüngen zu sehen. (Diesen Hinweis verdanke ich Florian Blaschke.) http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Linguistic_map_Southwestern_Europe.gif